Danka system
Practices檀家制度 ・ Reading: danka seido
Definition
Das Pfarrsystem, das jeden japanischen Haushalt an einen buddhistischen Tempel band. Durch die terauke-Registrierung des Edo-Shogunats eingeführt, um versteckte Christen aufzuspüren, machte es die Tempel zu den Standesämtern und Bestattern der Nation, eine Bindung, die viele Familien bis heute aufrechterhalten.
So funktionierte es
Im siebzehnten Jahrhundert verbot das Tokugawa-Shogunat das Christentum und verpflichtete jeden Haushalt, sich bei einem buddhistischen Tempel zu registrieren. Der Tempel stellte ein terauke-Zertifikat aus, das bescheinigte, dass seine Mitglieder keine Christen waren, und das als Ausweispapier für Reisen, Heirat und Beschäftigung diente. Eine registrierte Familie wurde zur danka, zur Gemeinde dieses Tempels, und unterstützte ihn finanziell; im Gegenzug führte der Tempel ihre Beerdigungen und Gedenkfeiern durch und pflegte das Familiengrab. Diese Regelung verwandelte buddhistische Tempel in die Einwohnermeldeämter des Edo-zeitlichen Japans.
Sein Erbe bis heute
Die gesetzliche Pflicht endete in der Meiji-Zeit, doch das gesellschaftliche Band blieb weitgehend bestehen. Viele japanische Familien haben noch immer einen bodaiji, einen Ahnentempel, in dem das Familiengrab liegt und wo bei Obon und an Todestagen Gedenkrituale abgehalten werden. Deshalb sind Beerdigungen in Japan überwältigend buddhistisch, während Hochzeiten oft shintoistisch oder westlich sind, und deshalb kehren selbst Familien, die ihn sonst kaum besuchen, jeden Sommer zu ihrem Tempel zurück. Für die Tempel bleibt die danka-Unterstützung neben Besuchern und goshuin eine wichtige Einnahmequelle.
Häufige Fragen
- Was ist ein terauke-Zertifikat?
Das Dokument, das ein Tempel unter dem System der Edo-Zeit ausstellte und bescheinigte, dass die Mitglieder eines Haushalts registrierte Buddhisten und keine Christen waren. Es diente in der Praxis als Ausweispapier für das tägliche Leben.
- Gibt es das danka-System noch?
Nicht als Gesetz, aber als Brauch. Viele Familien pflegen eine Beziehung zu einem Ahnentempel (bodaiji), der ihr Familiengrab hütet und Gedenkfeiern abhält, den sie mit Spenden unterstützen.
- Warum sind japanische Beerdigungen meist buddhistisch?
Weil das danka-System der Edo-Zeit die Tempel über zwei Jahrhunderte lang für die Beerdigungen und Gräber jedes Haushalts verantwortlich machte, eine Rolle, die die Tempel seitdem beibehalten haben.