Shinbutsu bunri
General神仏分離 ・ Reading: shinbutsu bunri
Definition
Die vom Meiji-Regierung 1868 angeordnete zwangsweise Trennung von Shinto und Buddhismus. Sie spaltete gemischte Heiligtum-Tempel-Komplexe auf, löste die Zerstörungswelle haibutsu kishaku aus und schuf die klare Unterscheidung zwischen Schreinen und Tempeln, die Besucher heute vorfinden.
Die Edikte und ihre Schockwellen
Wenige Wochen nach der Machtübernahme 1868 erließ die Meiji-Regierung Befehle zur Trennung der Kami-Verehrung vom Buddhismus. Buddhistische Statuen durften nicht länger als Kultobjekte in Schreinen dienen, buddhistische Priester mussten den Schreindienst aufgeben oder sich laizisieren lassen, und gemischte Schrein-Tempel-Bezirke wurden aufgeteilt. Der Staat wollte einen gereinigten Shinto zur Stützung der neuen imperialen Ordnung. In vielen Regionen entfesselten die Edikte das haibutsu kishaku, «Buddhismus abschaffen, Shakyamuni zerstören»: Tausende von Tempeln wurden geschlossen oder zusammengelegt, und Statuen, Sutras und Glocken wurden verbrannt, verkauft oder eingeschmolzen, wobei die Intensität von Domäne zu Domäne stark variierte.
Die Nachwirkungen lesen
Die Trennung erklärt vieles von dem, was man heute sieht. Ein Schrein und ein Tempel nebeneinander bildeten früher meist ein einziges Gelände; leere Terrassen an Schreinen beherbergten oft Pagoden; einige berühmte buddhistische Bildwerke überlebten nur, weil Priester sie versteckten. Der Buddhismus erholte sich in den späteren Meiji-Jahren, und die beiden Traditionen fanden zur freundlichen Koexistenz, getrennt aber nachbarschaftlich verbunden, die das japanische religiöse Leben heute prägt.
Häufige Fragen
- Was ist haibutsu kishaku?
Die anti-buddhistische Bewegung, die durch die Trennungsedikte von 1868 ausgelöst wurde. In einigen Domänen wurden Tausende von Tempeln geschlossen und ihre Statuen, Glocken und Schriften zerstört oder verkauft.
- Warum trennte die Meiji-Regierung Shinto und Buddhismus?
- Haben sich die Tempel jemals erholt?
Ja. Nach den zerstörerischen Anfangsjahren reorganisierte sich der Buddhismus, baute sich wieder auf und gewann in den späteren Meiji-Jahren erneut öffentliche Unterstützung; er bleibt bis heute zentral für Beerdigungen und Familienriten.