Higan
Practices彼岸 ・ Reading: higan (ohigan)
Definition
Die Woche um jede Tagundnachtgleiche, in der japanische Familien Gräber besuchen und Gedenkgottesdienste abhalten. Der Name bedeutet "das andere Ufer": Wenn Tag und Nacht im Gleichgewicht sind, fühlt sich die Welt der Lebenden der Welt jenseits am nächsten.
Die Woche des anderen Ufers
Higan (meist o-higan) umfasst sieben Tage, die auf die Frühlings- und Herbst-Tagundnachtgleiche zentriert sind, die beide nationale Feiertage in Japan sind. In der buddhistischen Bildsprache liegt die Welt der Erleuchtung jenseits eines Flusses am "anderen Ufer", higan, und die Sonne der Tagundnachtgleiche, die genau im Westen auf die Reine Land von Amida zuzugehen scheint, macht diese Tage zur natürlichen Jahreszeit, um der Toten zu gedenken. Der Brauch ist einzigartig japanisch: Nirgendwo sonst in der buddhistischen Welt ist die Tagundnachtgleiche selbst eine Gedenkzeit.
Was Familien tun
Das Herzstück von higan ist ohaka-mairi, der Grabbesuch: Die Familiengrabstätte am bodaiji oder auf dem Friedhof wird gewaschen, von Unkraut befreit und mit Blumen, Weihrauch und den saisonalen Süßigkeiten bedacht, botamochi im Frühling und ohagi im Herbst, dieselbe Reis-und-Bohnen-Köstlichkeit unter jahreszeitlichen Namen. Tempel halten higan-Gottesdienste ab, und Priester sind in ihrer geschäftigsten Zeit damit beschäftigt, Sutras für die Gemeindefamilien zu rezitieren. Für Reisende ist die Jahreszeit sanft statt spektakulär: Friedhöfe, die mit frischen Blumen erstrahlen, Weihrauch in der Luft und die roten Spinnenblumen des Herbst-higan, die entlang der Feldwege blühen.
Häufige Fragen
- Wann ist higan?
Zweimal im Jahr: die sieben Tage, die auf die Frühlings-Tagundnachtgleiche (um den 20. März) und die Herbst-Tagundnachtgleiche (um den 23. September) zentriert sind. Beide Tagundnachtgleichen sind nationale Feiertage.
- Was ist der Unterschied zwischen botamochi und ohagi?
Es ist dieselbe Süßigkeit aus klebriger Reismasse, die in süße Bohnenpaste gewickelt ist, benannt nach der Blume der jeweiligen Jahreszeit: botamochi nach der Frühlingspfingstrose, ohagi nach dem herbstlichen Buschklee.
- Wie unterscheidet sich higan von Obon?
Zu Obon glaubt man, dass die Ahnen zu den Lebenden nach Hause zurückkehren; zu higan richten die Lebenden ihre Gedanken auf das andere Ufer, besuchen Gräber, während die Sonne der Tagundnachtgleiche genau nach Westen zum Reinen Land zeigt.