Shide
Ritual objects紙垂 ・ Reading: shide
Definition
Die Zickzack-Streifen aus gefaltetem weißem Papier, die an heiligen Seilen, Stäben und Opfergaben in Schreinen hängen. Wo shide im Wind schwingen, markieren sie die Grenze eines gereinigten, heiligen Raumes oder die Gegenwart eines Kami.
Blitze aus Papier
Shide sind Streifen aus Washi-Papier, die zu einem Zickzack gefaltet werden und meist als stilisierter Blitz gedeutet werden, ein altes Gebet um Regen und Sonne, die den Reis reifen lassen. An einem Shimenawa-Seil befestigt, grenzen sie heiligen Raum ab: um die Andachtshalle eines Schreins, um einen ehrwürdigen Baum oder Felsen oder über dem Eingang zum Neujahr. An einem Holzstab montiert, werden sie zum Gohei oder zum Reinigungs-stab Harai-gushi, den Priester mit leisem Rascheln über den Gläubigen schwingen.
Shide als Besucher deuten
Shide gehören zu den verlässlichsten Zeichen in Japan: Papier-Zickzacks bedeuten immer, dass das Heilige in der Nähe ist, selbst dort, wo kein Gebäude steht, wie ein einsamer Baum an einem Berghang. Ihre frische Weiße steht für Reinheit, und sie werden ersetzt statt gereinigt. Verschiedene Schulen des Shinto falten sie in leicht unterschiedlichen Mustern, ein stilles Detail, das man beim Reisen zwischen den Regionen entdecken kann. Wenn man frische Shide sieht, kümmert sich jemand aktiv um diesen heiligen Ort.
Häufige Fragen
- Was symbolisieren die Shide?
Die verbreitetste Erklärung ist ein stilisierter Blitz, ein uraltes Gebet um Regen und reiche Ernten. Ihr weißes Papier verkörpert zudem rituelle Reinheit.
- Wo begegnen mir Shide?
An Shimenawa-Seilen vor Schreinhallen, an heiligen Bäumen und Felsen, an den Gohei-Stäben im Inneren von Heiligtümern sowie am Reinigungsstab, den ein Priester bei Segensritualen schwingt.
- Gehören Shide und Shimenawa immer zusammen?
In der Regel schon. Das Seil markiert die heilige Grenze, und die Papierstreifen machen sie auf einen Blick sichtbar, obwohl Shide auch allein an Stäben und Opfergaben erscheinen.