
Gott des Windes, des Wassers und der Kampfkünste
Takeminakata-no-Mikoto ist ein shintoistischer Kami, der im Großen Schrein von Suwa in der Präfektur Nagano verehrt wird, wo er gemeinsam mit seiner Gemahlin Yasakatome residiert. Er gilt als Gottheit des Windes, des Wassers und der Landwirtschaft sowie als Schutzherr der Jagd und des Krieges. Im mittelalterlichen Japan genoss sein Kult besondere Verehrung unter Samurai-Clans wie den Hōjō und den Takeda.
Der in Kojiki überlieferten Reichsmythologie zufolge ist Takeminakata ein Sohn des Ōkuninushi, der vom himmlischen Krieger Takemikazuchi besiegt wurde und sich an den Suwa-See zurückzog, wo er fortan blieb. Er galt auch als mythischer Ahnherr des Suwa-Clans, dessen Mitglieder als erbliche Oberpriester des Oberen Schreins fungierten und als lebendige Verkörperungen des Gottes verehrt wurden.
Die lokalen Überlieferungen der Suwa-Region zeichnen ein ganz anderes Bild: Dort erscheint er als eine Gottheit, die einheimische Götter unterwarf, als schlangenartiges oder drachengleiches Wesen oder als göttliche Präsenz, die einen jungen Knaben als menschliches Gefäß erwählte. Im Zuge der Ausbreitung seines Kultes entstanden weitere Legenden, darunter die Geschichte eines indischen Königs, der sich in Japan manifestierte, was den starken Einfluss der buddhistisch-shintoistischen Synkretik widerspiegelt.
Keine zugehörigen Tempel gefunden