
Legendäre Kaiserregentin
Kaiserin Jingū ist eine legendäre Gestalt der japanischen Geschichte. Der Überlieferung nach regierte sie von 201 bis 269 n. Chr. als Regentin, nachdem ihr Gemahl, Kaiser Chūai, gestorben war. Sowohl das Kojiki als auch das Nihon Shoki berichten von Ereignissen aus ihrer Herrschaft, und sie gilt in der japanischen Tradition als erste Person, die das Amt der Regentschaft innehatte. Zudem wird sie als letzte faktische Herrscherin der Yayoi-Zeit betrachtet.
Ihr Vermächtnis ist eng mit der Erzählung eines legendären Feldzugs auf die koreanische Halbinsel verknüpft, eine Geschichte, die in der Meiji-Zeit politische Brisanz erlangte, als sie zur Rechtfertigung des imperialen Expansionismus herangezogen wurde. Sie wird an einem traditionellen Kofun-Grabhügel und in einem ihr gewidmeten Schrein verehrt und ist eng mit ihrem Sohn verbunden, der später als Kaiser Ōjin regierte und als Gott Hachiman verehrt wird.
Moderne Historiker betrachten Kaiserin Jingū überwiegend als mythologische Figur und weisen darauf hin, dass ihr Name offenbar eine posthume Bezeichnung späterer Generationen ist. Einige Forscher haben Parallelen zwischen ihrer Geschichte und jener der Schamanin-Königin Himiko aus chinesischen Quellen gezogen, obwohl beide historisch nicht miteinander in Einklang gebracht werden können. Ihre Legende nimmt dennoch einen bleibenden Platz in der klassischen literarischen und religiösen Tradition Japans ein.
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