Legendärer Kaiser des alten Japan
Kaiser Chūai gilt als der vierzehnte legendäre Kaiser Japans, dessen Herrschaft traditionell zwischen 192 und 200 n. Chr. angesetzt wird. Er war der Sohn von Yamato Takeru und der Ehemann von Okinagatarashihime, die später als Kaiserin Jingū verehrt wurde. Anders als seine Vorgänger soll er seine Hauptstadt in Kyushu statt in Yamato errichtet haben, und er wird traditionell als letzter Kaiser der Yayoi-Zeit betrachtet.
Sowohl das Kojiki als auch das Nihon Shoki berichten, dass Chūais Tod die Folge seines respektlosen Umgangs mit einem Kami war, dessen göttliche Anweisungen er verächtlich abgetan hatte. Nach seinem Tod führte seine Gattin Jingū den Befehl des Kami aus, den die Chroniken als Feldzug auf die koreanische Halbinsel beschreiben, obwohl die moderne Forschung diesen Bericht als legendär und nicht als historisch betrachtet.
Moderne Historiker halten Chūai im Allgemeinen für eine überwiegend mythologische Gestalt, wobei sowohl sein Kaisertitel als auch sein Name als spätere Zuschreibungen gelten. Obwohl der Standort eines tatsächlichen Grabes unbekannt ist, wird er traditionell an einem shintoistischen Gedächtnismausoleum und in Hachiman-Schreinen geehrt.
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